CAFS
CAFS - was ist das ?
CAFS ist das Kürzel von Compressed Air Foam System, zu deutsch: Druckluftschaum.
Der Schaum wird dabei aus Wasser und Schaummittel unter Hilfe von Druckluft
direkt im Tanklöschfahrzeug erzeugt.
Dafür muss die Feuerlöschkreiselpumpe um eine Zumischanlage
für den Schaum und eine Druckluftanlage erweitert werden.
Die Schaummittelzumischanlage besteht aus einem Durchflussmengen-Messgerät, der
Steuereinheit, dem Schaummitteltank und der Schaummittelpumpe. Mit dieser Anlage
ist es möglich, Schaummittel in Konzentrationen von 0,1 Vol % bis 6 Vol % in
Zehntelsschritten zu zumischen.
Der Schaum eignet sich zur Bekämpfung von Bränden der Brandklassen A und B. Für die Anwendung bei der Brandklasse A genügt bereits eine Zumischrate von drei Prozent.
Die vorhandenen Schläuche und Armaturen können auch mit CAFS problemlos weiter verwendet werden. Allerdings hat sich bei uns der Einsatz spezieller CAFS-Strahlrohre bewährt. Die Strahlrohre haben eine glatte Bohrung, Durchmesser vorne 25mm. Damit gibt es keine zusätzlichen Verwirbelungen im Strahlrohr, die den fertigen Schaum wieder zerstören.
Die Vorteile von CAFS
Da die zur Schaumherstellung notwendigen Komponenten im Fahrzeug integriert
sind, lässt sich der Schaum sofort, das heisst ohne Zeitverlust, erzeugen. Es
entfällt also der Aufbau mit Schläuchen, Verteiler, Zumischer und
Schaummittelbehälter.
Dazu kommt es zu einer wesentlichen Erhöhung der Wurfweiten.
Dies wiederum bringt eine Vergrösserung des Sicherheitsabstandes.
Die gefüllten Schläuche sind, bedingt durch den grossen Luftanteil von 36 bis 80
Prozent, wesentlich leichter und somit auch handlicher. Damit wird die
Beweglichkeit und Schnelligkeit der Angriffstrupps deutlich verbessert. Das wird
von den Einsatzkräften besonders bei der Brandbekämpfung über Leitern sehr
geschätzt.
Ein weiterer Vorteil gegenüber Wasser besteht in der besseren
Durchdringung in heissen Schichten. Dies hat zur Folge, dass weniger Wasser
verdampft, was für die Löschtrupps eine verbesserte Sicht und eine geringere
Verbrühungsgefahr mit sich bringt. Auch die schlagartige Verbesserung der
Sichtverhältnisse nach der Schaumaufgabe ist überzeugend. Dies kann wie folgt
begründet werden: Das Wasser wird bei der CAFS-Anwendung in eine hochwertige
Fertigschaumblasenstruktur umgewandelt und mit hoher Energie durch die
Flammenzone auf die brennenden Oberflächen aufgetragen. Dabei verliert der
Schaum nur einen geringfügigen Anteil beim Durchdringen der Flammenzone durch
Verdampfen.
Durch den grossen Anteil von Druckluft in den Schläuchen verlängert sich bei
Mittelstellung des Mischventils die Einsatzdauer des vorhandenen Löschwassers um
das Doppelte. Steht das Ventil auf trocken, erhöht sich die Zeit rund um das
vierfache.
Nutzen für die Umwelt
Der schnellere Löscherfolg bewirkt, dass weniger giftige Verbrennungsprodukte in
die Atmosphäre gelangen. Des Weiteren wird bei sachgemässem Vorgehen das
Eindringen von kontaminiertem Löschwasser in die Kanalisation oder Erdreich
wesentlich seltener.
Nach Firmenangaben verbleiben ausserdem die im Schaummittel
enthaltenen Chemikalien im Brandgut. Auch intensive Brände können in kurzer Zeit
mit weniger Wasser gelöscht werden. Es ist nicht notwendig, die Löschtaktik und
Löschtechnik zu ändern. Ausserdem können alle bisher verwendeten Geräte weiter
benutzt werden. Lediglich die Leistungsfähigkeit der Feuerlöschkreiselpumpe und
des Kompressors könnte sich verringern. Eine Einspeisung in trockene
Steigleitungen ist ohne Probleme möglich. Als zusätzlicher Vorteil hat sich
gezeigt, dass der Schaum in den Schläuchen auch nach längerer Standzeit bestehen
bleibt. Die Beobachtungszeit wurde nach 45 Minuten abgebrochen.
Sollten Kompressor und Schaummittelzumischanlage ausfallen, ist es möglich, mit
der Kreiselpumpe den Einsatz weiter zu führen. Die Wartung des CAF-Systems kann
jeder eingewiesene Gerätewart durchführen.
Die Nachteile von CAFS
Mit dem CAF-System im Zusammenhang mit Hohlstrahlrohren ist es nicht möglich,
eine hohe Schaumdecke zu erzeugen. Ist diese notwendig, muss ein normales
Mittelschaumrohr eingesetzt werden.
Dazu muss allerdings der Druckluftkompressor ausgeschaltet und der Schaum konventionell im Schaumrohr erzeugt werden.
Gelegentlich sind am eingesetzten Schlauchmaterial kleine Undichtigkeiten aufgetreten, welche beim Prüfen in der Schlauchwaschanlage nicht aufgefallen sind. Trotzdem gelangte Druckluft hindurch, wodurch eine leichte Schaumleckage aufgetreten ist. Eine Reparatur dieser Stellen ist mit dem herkömmlichen Reparaturmaterial nicht möglich gewesen.
Der aufgetragene Schaum wird durch den Einsatz von Wasser zerstört bzw. weggeschwemmt. Diese Gefahr, dass der Schaumeinsatz unwirksam wird, besteht besonders dann, wenn mehrere Wehren zusammenarbeiten.
Knicke in der Schlauchleitung beeinträchtigen die Wurfweiten
des CAFS-Vollstrahls beträchtlich. Es ist also darauf zu achten, dass die
Schläuche korrekt ausgelegt werden. Ein wesentlicher Punkt ist der Druck am
Strahlrohr. Durch die zugeführte Druckluft des Kompressors kommt es am
Strahlrohr zu erhöhten Rückstosskräften.
Wird im Einsatz über Kopf gelöscht, kommt es hin und wieder vor, dass Schaum an
die Scheibe des Atemschutzmaske gelangt. Der durch das Schaummittel erzeugte
Film führt zur Sichtbehinderung und lässt sich nur durch Spülen mit klarem
Wasser beseitigen.
Die Feuerwehrlederstiefel nehmen im Vergleich zum normalen Löschwasser schneller die Feuchtigkeit auf. Es gibt schneller nasse Füsse.
Micro-CAFS
Ebenfalls erfolgreich wird seit einiger Zeit das neuartige Löschmittel MicroCAFS
PBK 6P9 eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen 9 Liter Handfeuerlöscher, der
ein Druckluft-Schaumgemisch (CAFS) versprühen kann.
Dabei kann auch während dem Sprühvorgang manuell zwischen
einem trockenen und einem nassen Gemisch gewählt werden.
Das nasse Gemisch wird zur Brandbekämpfung auf Distanz (bis ca. 10m) verwendet,
auf der Stellung "Trocken" können dann noch Ablösch- und Abdeckarbeiten in
Angriff genommen werden.